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Ein Monat auf dem Land

Das Buch: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr Dieser Roman von J.L. Carr ist ein Mitbringsel der LitBlog Con in Köln aus dem letzten Jahr. Dort fand ein Workshop mit Lektorinnen aus dem Dumont Verlag statt, die uns interessante Einblicke in die Entstehung eines Buchcovers gaben. Unter anderem erfuhren wir Details zur Entstehung dieses schönen Titels. Ich hab im ersten Moment einen grünen Vogel gesehen, der cremeweiße Hintergrund erinnert an eine Leinenstruktur und der Einband fühlt sich auch ein bisschen so an. Meiner Meinung nach wirklich gelungen! Und auch die Geschichte des Romans ist interessant: der Autor veröffentlichte es bereits Anfang der Achtziger Jahre in seinem eigenen Verlag. Letztes Jahr erlebte es dann ein Revival im Dumont Verlag. Es handelt von dem Londoner Restaurator Tom Birkin, der im Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby das mittelalterliche Wandgemälde in der Dorfkirche freilegen soll. Natürlich ist er sofort Gesprächsthema Nummer eins im Dorf. Einen Fremden und noch dazu einen aus London sieht man dort selten. Und zudem fällt er mit seinen chronischen Gesichtszuckungen – Teil eines …

Hygge

Habt ihr schon mal was von Hygge gehört? Nein? Dann möchte ich es euch kurz erklären: es handelt sich um ein Lebenskonzept, das ursprünglich aus Dänemark kommt. Für Hygge gibt es keine direkte deutsche Übersetzung. Aber beschreiben kann man es: es geht darum, das Leben zu genießen, zusammen mit Freunden und Familie. Zufriedenheit, Güte, Ruhe, warmes Licht, Gemütlichkeit sind Stichworte, die “hyggelig” sind. Na, könnt ihr euch vorstellen, was ich meine? Über das Buch: Hygge von Meik Wiking Meik Wiking, CEO des dänischen The Happiness Research Institute, hat mit seinem Buch das Ziel, uns das Hygge-Gefühl näher zu bringen. Bereits der Untertitel verät viel: “Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht”. Doch einen Selbsthilfe-Ratgeber muss man hier nicht erwarten. Stattdessen erfährt man, welche Faktoren Hygge beeinflussen und ausmachen, was man für ein hyggeliges Zuhause tun kann, dass Hygge nicht teuer sein muss und auch, wie sich Hygge in die verschiedenen Jahreszeiten integriert. Bei Hygge spielt vor allem Licht und ganz besonders Kerzenlicht eine große Rolle. Klar – wenn Kerzen brennen scheint ein Raum gleich viel wärmer …

Meinen Hass bekommt ihr nicht

Über das Buch: Meinen Hass bekommt ihr nicht von Antoine Leiris So einen Schicksalsschlag überlebt man nicht. Denkt man. Im ersten Moment, in den ersten Tagen und Wochen. Und doch muss es weitergehen. Irgendwie. Zutiefst berührt hinterlässt mich Antoine Leiris Bericht über die erste Zeit nachdem er seine Frau und die Mutter seines Sohnes Melvil am 13. November 2015 verloren hat. Der 13. November 2015, gestern jährte er sich zum ersten Mal und mit ihm die Terroranschläge an verschiedenen Orten in Paris. Leiris’ Frau Hélène war an jenem Abend zu Gast im Konzertsaal Le Bataclan und kam nicht mehr nach Hause. In jeder Zeile nimmt man als Leser die Verzweiflung des Autors wahr, das Suchen nach einer Erklärung, der Versuch des Weitermachens, wenn auch nur für den Sohn. Wie erklärt man einem Einjährigen, dass seine Mutter gestorben ist? Mit einem offenen Brief, der denselben Titel trägt wie das Buch, wandte sich Leiris letztes Jahr über Facebook an die Öffentlichkeit. Mit seinen Worten, die nicht nur Trauer ausdrücken sondern auch Hoffnung, erreichte er Millionen Menschen. Er …

Toskana

Über das Buch: Toskana von Csaba della Zorza Wenn ich Toskana höre, fällt mir die Altstadt von Florenz ein. Aber auch weite Felder und kleine italienische Dörfer habe ich vor Augen. Dort, wo es noch diese echten italienischen Mammas gibt. Und das gute Essen, dass sie kochen! Csaba della Zorza beschreibt ihre Liebe für die Toskana, ihre Heimat, auf genau diesem Wege: kulinarisch. Sie ist mit einer starken Mutter und Großmutter aufgewachsen und das Essen hatte zuhause stets Priorität. In ihrem ersten Buch Toskana, das seit kurzem auf deutsch erhältlich ist, gibt sie uns nun Familienrezepte mit viel Liebe weiter. Jedes der neun Kapitel beginnt mit einer persönlichen Einleitung der Autorin, in der sie ihre Familie beschreibt, die besondere Beziehung zu dem einen oder anderen Lebensmittel begründet oder einfach nur von der toskanischen Küche schwärmt. Dank der beeindrucken Bilder (sowohl Landschaften, als auch die Rezeptbilder) bekommt man als Leser sofort Lust auf eine Reise nach Italien. Man könnte durch diese kleinen Dörfer fahren, hin und wieder anhalten um Bruschetta, Gnocchi oder Bistecca zu essen, in …

Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Wie Ihr schon wisst, waren wir Anfang Juli auf der LitBlog Convention in Köln. Der erste und auch unterhaltsamste Workshop  war für uns ‘Wonach riecht Murakami?’ mit der Übersetzerin Ursula Gräfe und Annette Weber, Lektorin bei DuMont. Warum Murakami neu übersetzt wurde Haruki Murakamis Buch ‘Gefährliche Geliebte’ erschien 2000 das erste Mal in Deutschland und wurde im ‘Literarischen Quartett’ sehr kontrovers besprochen. Sigrid Löffler und Marcel Reich-Ranicki konnten sich einfach nicht einigen, wie sie das Buch nun finden. Vor allem über die romantischen Stellen waren sie uneins – Sigrid Löffler bezeichnet das Buch als ‘literarisches Fast-Food’. Das Video dazu haben wir während des Vortrags in Köln auch angeschaut. Schaut Euch das unbedingt an, es ist wirklich sehr unterhaltsam! Lost in Translation Auch an den Texten gab es im ‘Literarischen Quartett’ etwas auszusetzen, Sigrid Löffler zitiert immer wieder Stellen, die sie als schlechtes Beispiel für literarische Texte ansieht. Das Buch wurde damals aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und 2013 erschien dann die neue Übersetzung von Ursula Gräfe, dieses Mal unter dem Titel ‘Südlich der Grenze, …