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Astrid Lindgren: Ein Lebensbild

“Ich hab’ ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.” (Pippi Langstrumpf Lied) Weißt Du noch, welches Buch dich in deiner Kindheit besonders beeindruckt hat? Bei mir waren es neben “Die bärenstarke Anna” auch die vielen Kinder aus Schweden: Pippi, Annika, Tommi, Michel, Madita, Ronja und natürlich die Kinder aus Bullerbü. Hauptsache unangepasst und ein bisschen verrückt. So ein Limonadenbaum im Garten, ein Pferd auf der Veranda, eine Räuberburg oder einfach mal vom Hausdach springen – das klang nach viel Spaß und versprach tolle Abenteuer. Verfilmt wurden die Geschichten auch und die Filme werden immer noch jedes Jahr am Morgen des 24. Dezembers im Fernsehen wiederholt. Bei mir gehört das seit langer Zeit zu den Traditionen an Heilig Abend. Und wer hat sich all die fantastischen Geschichten ausgedacht? Astrid Lindgren natürlich! Als ich also neulich in der Buchhandlung meines Vertrauens war, bin ich an der Biographie Astrid Lindgrens hängen geblieben und musste sie einfach mitnehmen. Bei Biographien achte ich immer darauf wer die Biographie geschrieben hat, denn …

Ein ganzes Leben

Über das Buch: Ein ganzes Leben von Robert Seethaler Wir sollten alle mehr Zeit in den Bergen verbringen. Gerade jetzt im Frühling und Sommer kann man wunderbare Wanderungen machen und zumindest wenn man (wie wir) in Süddeutschland lebt, ist das ein lohnender Wochenendtrip. In den Bergen kann man freier atmen, weiter blicken und sich freier fühlen. So zumindest meine Erinnerung an meine letzte Reise nach Südtirol im vergangenen August. Auch der Protagonist aus Robert Seethalers “Ein ganzes Leben” weiß die Berge zu schätzen. Eigentlich mehr als – er lebt sie. Sein ganzes Leben. Andreas Egger kam mit 4 Jahren in das Dorf in den Alpen. Widerwillig wird er vom Bauer Kranzstocker aufgenommen und wächst trotz widrigen Verhätnissen zu einem kräftigen Mann heran. Als junger Erwachsener schließt er sich einem Arbeitertrupp an, um die erste Bergbahn zu bauen. Und bald trifft er im Dorf seine große Liebe. Doch Schicksalsschläge, Krieg und damit verbundene neue Ziele bringen sein Leben durcheinander. Schließlich kehrt er wieder in das Dorf zurück. Als anderer Mensch? Ja. Aber wohl mit dem Gefühl, …

Geschlossene Gesellschaft

Dennis Gastmann war für mich kein Unbekannter, ich bin ein Fan seiner Reportagen ‘In 80.000 Fragen um die Welt’ und auch sein Buch ‘Gang nach Canossa’ hat mir gut gefallen. Umso neugieriger war ich auf ‘Geschlossene Gesellschaft’. Auch hier wagt er sich wieder auf unbekanntes Terrain und versucht, in die Welt der Reichen und Schönen einzutauchen und erzählt Geschichten aus deren Paralleluniversium. Das Thema ist äußerst aktuell, laut einem Oxfam-Bericht wird 2016 ein Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen angehäuft haben, als die restlichen 99 Prozent zusammen. In kurzen Episoden erzählt er von Reisen nach Marbella, Monaco, Sylt, Katar und die Ukraine und den Menschen, denen er dort begegnet, manchmal auch mehr als einmal. Es sind amüsante Ereignisse dabei, aber auch schockierende – und manchmal muss man einfach nur den Kopf schütteln. Bei mir als Leserin hinterließ das Buch ein Gefühl der Zufriedenheit. Es macht deutlich, dass Reichtum zwar vieles vereinfacht, aber definitiv nicht glücklich macht. Ähnlich fällt auch Gastmanns Fazit aus: Auf viele der Menschen, die er getroffen hat, war er neidisch, aber tauschen möchte …

korvapuusti, finnish, haruki murakami

Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki

Murakami ist einer der Autoren, die schon lange auf meiner Leseliste stehen. Als ich dann vor einigen Wochen mit Fabienne in einem Buchladen in Stuttgart war, konnte ich diesem Buch nicht widerstehen – schon die Umschlaggestaltung ist außergewöhnlich schön! In diesem Roman geht es um den titelgebenden Tsukuri Tazaki, einen 36-jährigen Japaner, der in Tokio Bahnhöfe baut. Das war schon immer sein Traum und um diesen zu verwirklichen verließ er nach der Schule seine Heimatstadt Nagoya, um in Tokio Ingenieurwesen zu studieren. Dafür musste er seine vier besten Freunde zurücklassen. Zunächst schien dies nicht schlimm zu sein, denn sie blieben in regem Kontakt. Doch eines Tages kommt Tsukuri nach Nagoya zurück und seine Freunde meiden ihn und wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben – er wisse wohl schon warum. Daraufhin stürzt Tsukuri in ein tiefes Loch, denkt ein halbes Jahr lang an Selbstmord und den Tod. Schon immer fand er, dass er eigentlich gar nicht zu den Freunden passte, denn alle trugen eine Farbe in ihren Namen, nur er nicht. Deshalb war der …

Elizabeth is Missing

Elizabeth is Missing

Emma Healey’s debut novel is the third and last one I read during my NZ travels. It has nothing to do with New Zealand, but still caught my eye in a bookstore in Taupo. With praise such as “Will stir and shake you” by Emma Donoghue or “Outstanding” by the Sunday Times on the front cover, expectations are high. And before reviewing Elizabeth is Missing, I have to admit that it really is a book that I could not put down. The novel immerges into the life of Maud, an elderly british woman who is very forgetful. She makes a cup of tea and forgets to drink it (there is an accumulation of at least 5 cold cups of tea on her cupboard everyday) and goes out shopping and forgets why she went (although she writes a lot of notes to herself). She sometimes doesn’t recognize her home or forgets about her daughter Helen. But she can’t be argued out of the thought that her friend Elizabeth went missing and tries to solve the mystery …