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Astrid Lindgren: Ein Lebensbild

“Ich hab’ ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.” (Pippi Langstrumpf Lied) Weißt Du noch, welches Buch dich in deiner Kindheit besonders beeindruckt hat? Bei mir waren es neben “Die bärenstarke Anna” auch die vielen Kinder aus Schweden: Pippi, Annika, Tommi, Michel, Madita, Ronja und natürlich die Kinder aus Bullerbü. Hauptsache unangepasst und ein bisschen verrückt. So ein Limonadenbaum im Garten, ein Pferd auf der Veranda, eine Räuberburg oder einfach mal vom Hausdach springen – das klang nach viel Spaß und versprach tolle Abenteuer. Verfilmt wurden die Geschichten auch und die Filme werden immer noch jedes Jahr am Morgen des 24. Dezembers im Fernsehen wiederholt. Bei mir gehört das seit langer Zeit zu den Traditionen an Heilig Abend. Und wer hat sich all die fantastischen Geschichten ausgedacht? Astrid Lindgren natürlich! Als ich also neulich in der Buchhandlung meines Vertrauens war, bin ich an der Biographie Astrid Lindgrens hängen geblieben und musste sie einfach mitnehmen. Bei Biographien achte ich immer darauf wer die Biographie geschrieben hat, denn …

Meinen Hass bekommt ihr nicht

Über das Buch: Meinen Hass bekommt ihr nicht von Antoine Leiris So einen Schicksalsschlag überlebt man nicht. Denkt man. Im ersten Moment, in den ersten Tagen und Wochen. Und doch muss es weitergehen. Irgendwie. Zutiefst berührt hinterlässt mich Antoine Leiris Bericht über die erste Zeit nachdem er seine Frau und die Mutter seines Sohnes Melvil am 13. November 2015 verloren hat. Der 13. November 2015, gestern jährte er sich zum ersten Mal und mit ihm die Terroranschläge an verschiedenen Orten in Paris. Leiris’ Frau Hélène war an jenem Abend zu Gast im Konzertsaal Le Bataclan und kam nicht mehr nach Hause. In jeder Zeile nimmt man als Leser die Verzweiflung des Autors wahr, das Suchen nach einer Erklärung, der Versuch des Weitermachens, wenn auch nur für den Sohn. Wie erklärt man einem Einjährigen, dass seine Mutter gestorben ist? Mit einem offenen Brief, der denselben Titel trägt wie das Buch, wandte sich Leiris letztes Jahr über Facebook an die Öffentlichkeit. Mit seinen Worten, die nicht nur Trauer ausdrücken sondern auch Hoffnung, erreichte er Millionen Menschen. Er …

Ich hab Zeit, was hast du?

Über das Buch: “Ich hab Zeit, was hast du?” Vor wenigen Tagen ist Bianca Schäbs Reisebericht im Rowohlt Verlag erschienen. Wir hatten die Möglichkeit, das Buch schon vorab zu lesen und deshalb habe ich es als Urlaubslektüre mit nach Spanien genommen. Die Autorin ist selbstständige UI-Designerin. Während stressiger und langer Arbeitstage, kam ihr immer wieder die Frage in den Kopf, wie sie ihr Leben verlangsamen, also entschleunigen kann. Sie erinnerte sich an unbeschwerte Kindertage, an denen die Zeit kaum verstrich. Ganz im Gegenteil zu ihrem jetzigen Alltag, in dem sie all ihre Vorhaben kaum unter einen Hut bringt. Und so hat sie sich letztes Jahr mit ihrem Goggomobil (13 PS, Höchstgeschwindigkeit 50 km/h) auf eine Tour durch Deutschland gemacht, um Menschen zu treffen und Antworten zur Frage der Entschleunigung zu finden. Ihr Reisebericht liest sich als eine Art Tagebuch, immer wieder beschreibt Bianca ihre momentane Gefühlslage und reflektiert die Gespräche des Tages. Sie nimmt den Leser mit auf diese Reise, dabei helfen zum einen die hübschen Illustrationen im Buch und die Bilder der Reise, zum …

Janosch Biografie

Wer fast nichts braucht, hat alles

Über das Buch: Wer fast nichts braucht, hat alles von Angela Bajorek Einer Biographie diesen Titel zu geben lässt auf einen zufriedenen Lebensrückblick schließen, oder? Gleichzeitig wohl auch auf ein bewegtes Leben, das einem Menschen gezeigt hat, dass nicht der materielle Besitz reich macht. Angela Bajorek, Germanistin aus Polen, hat eine kurzweilige Biografie geschrieben, die ein sehr genaues Bild des Autors und Künstlers Janosch zeichnet. Wir alle kennen wohl die Kinderbuchklassiker von Janosch: “Oh, wie schön ist Panama” und all die anderen Abenteuer des kleinen Tigers, des kleinen Bären, der Tigerente und Günter Kastenfrosch. Und vielleicht auch die wöchentlichen Illustrationen über den Herrn Wondriak im ZEIT MAGAZIN. Janoschs Werk umfasst mehr als dreihundert Titel, die in 40 Sprachen übersetzt wurden. Doch dass er inzwischen zurückgezogen mit seiner Frau auf Teneriffa wohnt und die Öffentlichkeit meidet, wusste ich nicht. Genauso wenig über die Kindheit im oberschlesischen Hindenburg (heute Zabrze), die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg, seine angeschlagene Gesundheit von Geburt an und seine Schwierigkeiten, sich als Künstler und Autor zu etablieren. Die Autorin wusste von Janoschs Abneigung …

Krautkopf – Vegetarisch kochen und genießen

Den Blog Krautkopf verfolge ich schon lange und letztes Jahr haben wir ja auch bei der schönen Foodswap-Aktion „Tausche Apfel gegen Birne“ mitgemacht.  Als Yannic Schon und Susann Probst, die Autoren des Blogs, dann letztes Jahr ihr erstes Kochbuch ankündigten war meine Vorfreude groß. Letztendlich bekam ich es zu Weihnachten geschenkt und kann es wärmstens weiterempfehlen. Nicht nur die wunderschönen Fotos, sondern auch die durchdachten vegetarischen Rezepte machen dieses Buch zu etwas besonderem. Yannic und Susann führen ihre Leser in einer Einleitung in ihre (Koch-)Welt ein und dann durch die vier Jahreszeiten. Sie versuchen so saisonal wie möglich zu kochen und das gelingt ihnen scheinbar mit Leichtigkeit.  Ich glaube, dass das folgende Video diese Eindrücke wiederspiegelt, weshalb ich heute gar nicht mehr Worte über Buch schreiben, sondern Bilder sprechen lassen will: Der Frühling lässt ja in Süddeutschland noch auf sich wartem, deshalb gibt es heute ein Rezept aus der Kategorie Winter, das ich nun schon mehrere Male zubereitet habe. Eine wirklich leckere Kombination verschiedener Kohl- und Wurzelgemüse: der Regenbogensalat mit Orangen-Tahini-Dressing (S. 206). Der Salat …