All posts filed under: classics

Astrid Lindgren: Ein Lebensbild

“Ich hab’ ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.” (Pippi Langstrumpf Lied) Weißt Du noch, welches Buch dich in deiner Kindheit besonders beeindruckt hat? Bei mir waren es neben “Die bärenstarke Anna” auch die vielen Kinder aus Schweden: Pippi, Annika, Tommi, Michel, Madita, Ronja und natürlich die Kinder aus Bullerbü. Hauptsache unangepasst und ein bisschen verrückt. So ein Limonadenbaum im Garten, ein Pferd auf der Veranda, eine Räuberburg oder einfach mal vom Hausdach springen – das klang nach viel Spaß und versprach tolle Abenteuer. Verfilmt wurden die Geschichten auch und die Filme werden immer noch jedes Jahr am Morgen des 24. Dezembers im Fernsehen wiederholt. Bei mir gehört das seit langer Zeit zu den Traditionen an Heilig Abend. Und wer hat sich all die fantastischen Geschichten ausgedacht? Astrid Lindgren natürlich! Als ich also neulich in der Buchhandlung meines Vertrauens war, bin ich an der Biographie Astrid Lindgrens hängen geblieben und musste sie einfach mitnehmen. Bei Biographien achte ich immer darauf wer die Biographie geschrieben hat, denn …

Sydney Bridge Upside Down

This is another novel that I bought in the bookstore in Wellington I told you about in my last post. No short stories this time, but a haunting novel that left me a bit unsettled. The lady at Unity Books promised me a sinister coming-of-age story and a book that one can’t put aside. With that she was right after all. David Ballantynes novel was first published in 1968 but is reckoned to be New Zealand’s great unread novel. Thirty years out of print followed. Since its republishing in 2012, more people had the opportunity to discover its power and I’m happy that I also got this opportunity. The opening already reveals some important facts: “There was an old man who lived on the edge of the world and he had a horse called Sydney Bridge Upside Down. He was a scar-faced old man and his horse was a slow-moving bag of bones, and I start with this man and his horse because they were there for all the terrible happenings up the coast that …

Miss Brill

Da ich (Mona) die letzten 2 Monate des Jahres 2015 in Neuseeland verbracht habe, werden wir euch in den nächsten Wochen ein paar Eindrücke aus diesem wunderschönen Land zeigen und natürlich meine Urlaubslektüre vorstellen! In Wellington stand ein Besuch bei Unity Books auf dem Plan, einem der bestsortiertesten Buchläden des Landes. Ich ließ mich von einer freundlichen Angestellten beraten, schließlich wollte ich echte Kiwi-Literatur lesen. Sie empfahl mir sofort einige Bücher, darunter diese kleine Kurzgeschichten-Sammlung von Katherine Mansfield, einer aus Wellington stammenden Autorin, die 1923 mit nur 34 Jahren an Tuberkulose starb. Trotzdem hinterließ sie über 70 Short Stories und prägte damit die neuseeländische Literatur. Sie zeigt Einblicke in das alltägliche Leben, beobachtet scharf und zeigt als eine der ersten starke Frauen. Der vorliegende Band enthält drei Kurzgeschichten: Marriage à la Mode, Miss Brill und The Stranger. Wer sich bei diesem kleinen Buch nun an die Reclam-Hefte aus der Schulzeit erinnert – keine Angst! Die Geschichten sind weder besonders kompliziert noch schwer verständlich. Ich habe mich beim Lesen amüsiert und wurde zum Nachdenken angeregt. Über …

Der Distelfink

Zugegeben, es hat etwas länger gedauert, Donna Tartt’s Distelfink zu hören. Ein Hörbuch von 33 Stunden und 25 Minuten braucht eben seine Zeit. Doch gelohnt hat es sich allemal. Den 13jährigen Theo Decker zehn Jahre seines Lebens zu begleiten ist geprägt von traurigen Erlebnissen, spannenden Wendungen, unerwiderter Liebe und tragischen Entscheidungen. Theo Decker verliert durch einen Terroranschlag auf ein Museum in New York seine Mutter und ist seit jenem Tag unrechtmäßiger Besitzer des Kunstwerks “Der Distelfink” des niederländischen Malers Carel Fabritius. Zum einen verbindet ihn das Bild, das nur etwa Din-A4 groß ist, mit seiner kunstliebenden Mutter, zum anderen ist es eine ständige Last, die ihn durch sein Leben begleitet. Im Verlauf der Jahre trifft er Entscheidungen, die ihn immer weiter vom rechten Weg abbringen und das Gemälde, “das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt …” (Goldmann Verlag). Als wir letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse waren, war das Buch gerade auf deutsch erschienen und ich habe …

Happy Halloween!

Tomorrow is Halloween and I’d like to play a short game with you. I give you just one word, the name of a country and you tell me which book I am referring to: Transylvania. Too easy? Of course I am talking about Bram Stoker’s Dracula. Count Dracula, who just recently bought a house in London and took a ship (of which he ate the entire crew) from Transylvania to Whitby, England is really into eating Mina Murray’s best friend Lucy. Mina happens to be the wife-to-be of Jonathan Harker, a lawyer who is (at the very beginning of the novel) asked by Count Dracula to travel to his castle in Transylvania in order to see if everything is alright with the contract to purchase the before mentioned house in London and in order to learn something about the English habits. On his journey Jonathan notices a lot of weird things, people begging him not to go or giving him ‘presents’ which are supposed to save him. From what? He has no idea yet. While …