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Ein Monat auf dem Land

Das Buch: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr Dieser Roman von J.L. Carr ist ein Mitbringsel der LitBlog Con in Köln aus dem letzten Jahr. Dort fand ein Workshop mit Lektorinnen aus dem Dumont Verlag statt, die uns interessante Einblicke in die Entstehung eines Buchcovers gaben. Unter anderem erfuhren wir Details zur Entstehung dieses schönen Titels. Ich hab im ersten Moment einen grünen Vogel gesehen, der cremeweiße Hintergrund erinnert an eine Leinenstruktur und der Einband fühlt sich auch ein bisschen so an. Meiner Meinung nach wirklich gelungen! Und auch die Geschichte des Romans ist interessant: der Autor veröffentlichte es bereits Anfang der Achtziger Jahre in seinem eigenen Verlag. Letztes Jahr erlebte es dann ein Revival im Dumont Verlag. Es handelt von dem Londoner Restaurator Tom Birkin, der im Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby das mittelalterliche Wandgemälde in der Dorfkirche freilegen soll. Natürlich ist er sofort Gesprächsthema Nummer eins im Dorf. Einen Fremden und noch dazu einen aus London sieht man dort selten. Und zudem fällt er mit seinen chronischen Gesichtszuckungen – Teil eines …

Bühlerhöhe

Das Buch: Bühlerhöhe von Brigitte Glaser “Dieses Buch passt zu Ihnen!” – so wurde ich vor einiger Zeit in einem Buchladen in Stuttgart von einer älteren Verkäuferin angesprochen. Sie hatte Brigitte Glasers Roman “Bühlerhöhe” in der Hand. Etwas perplex von dieser direkten Ansprache fuhr die Verkäuferin fort: “Ich habe sie gerade beobachtet und bin mir sicher, dass Ihnen diese Geschichte gefallen wird.” Sie gab mir eine kurze Inhaltsangabe: die Bühlerhöhe ist ein traditionsreiches Luxushotel im Schwarzwald, das nun schon seit einigen Jahren geschlossen ist. Doch die funkelnden Jahre des Hotels werden in dieser Geschichte wieder zum Leben erweckt. Denn nach dem Ende des zweiten Weltkriegs kam der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer mehrere Male zum Entspannungsurlaub auf die Bühlerhöhe. In diesen Kontext packt Brigitte Glaser ihre fiktiven Charaktere: drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen Rosa Silberstein, eine Jüdin, die die Sommer ihrer Kindheit stets auf der Bühlerhöhe verbrachte und mit ihrer Schwester während dem Krieg nach Israel geflüchtet ist. Nun kehrt sie als Agentin zum Schutz des Kanzlers in den Schwarzwald zurück. Dann die …

The Vegetarian

Mit diesem Beitrag eröffnen wir eine neue Kategorie auf rEAT a book. Wir werden uns in unseren Artikeln nun ab und zu ausschließlich Büchern widmen – ohne Verbindung zu Rezepten. Und zwar nicht irgendwelche Bücher, sondern Klassiker und preisgekrönte Werke. Den Anfang macht “The Vegetarian” der südkoreanischen Autorin Han Kang. Ich habe es vor einigen Wochen in einer Buchhandlung bei den englischen Büchern entdeckt, das Cover und der Titel haben mich angesprochen. Außerdem ist das Buch Gewinner des Man Booker International Prize 2016. Alles dreht sich in drei Episoden um die Hausfrau Yeong-hye, deren Geschichte aus drei Perspektiven erzählt wird: die ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Yeong-hye wird von ihrem Mann als “zutiefst gewöhnlich, an Durchschnittlichkeit nicht zu übertreffen” beschrieben. Doch eines Tages kommt er nach Hause als seine Frau gerade dabei ist, den Kühlschrank auszuräumen. Sie teilt ihm mit, dass sie fortan kein Fleisch mehr essen und sich vegetarisch ernähren möchte. Und diese Entscheidung basiert auf einem Traum, den sie hatte. Yeong-Hye’s Ehemann geht zunächst von einer vorübergehenden Phase aus, doch je …

Astrid Lindgren: Ein Lebensbild

“Ich hab’ ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.” (Pippi Langstrumpf Lied) Weißt Du noch, welches Buch dich in deiner Kindheit besonders beeindruckt hat? Bei mir waren es neben “Die bärenstarke Anna” auch die vielen Kinder aus Schweden: Pippi, Annika, Tommi, Michel, Madita, Ronja und natürlich die Kinder aus Bullerbü. Hauptsache unangepasst und ein bisschen verrückt. So ein Limonadenbaum im Garten, ein Pferd auf der Veranda, eine Räuberburg oder einfach mal vom Hausdach springen – das klang nach viel Spaß und versprach tolle Abenteuer. Verfilmt wurden die Geschichten auch und die Filme werden immer noch jedes Jahr am Morgen des 24. Dezembers im Fernsehen wiederholt. Bei mir gehört das seit langer Zeit zu den Traditionen an Heilig Abend. Und wer hat sich all die fantastischen Geschichten ausgedacht? Astrid Lindgren natürlich! Als ich also neulich in der Buchhandlung meines Vertrauens war, bin ich an der Biographie Astrid Lindgrens hängen geblieben und musste sie einfach mitnehmen. Bei Biographien achte ich immer darauf wer die Biographie geschrieben hat, denn …

Hygge

Habt ihr schon mal was von Hygge gehört? Nein? Dann möchte ich es euch kurz erklären: es handelt sich um ein Lebenskonzept, das ursprünglich aus Dänemark kommt. Für Hygge gibt es keine direkte deutsche Übersetzung. Aber beschreiben kann man es: es geht darum, das Leben zu genießen, zusammen mit Freunden und Familie. Zufriedenheit, Güte, Ruhe, warmes Licht, Gemütlichkeit sind Stichworte, die “hyggelig” sind. Na, könnt ihr euch vorstellen, was ich meine? Über das Buch: Hygge von Meik Wiking Meik Wiking, CEO des dänischen The Happiness Research Institute, hat mit seinem Buch das Ziel, uns das Hygge-Gefühl näher zu bringen. Bereits der Untertitel verät viel: “Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht”. Doch einen Selbsthilfe-Ratgeber muss man hier nicht erwarten. Stattdessen erfährt man, welche Faktoren Hygge beeinflussen und ausmachen, was man für ein hyggeliges Zuhause tun kann, dass Hygge nicht teuer sein muss und auch, wie sich Hygge in die verschiedenen Jahreszeiten integriert. Bei Hygge spielt vor allem Licht und ganz besonders Kerzenlicht eine große Rolle. Klar – wenn Kerzen brennen scheint ein Raum gleich viel wärmer …