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Meinen Hass bekommt ihr nicht

Über das Buch: Meinen Hass bekommt ihr nicht von Antoine Leiris So einen Schicksalsschlag überlebt man nicht. Denkt man. Im ersten Moment, in den ersten Tagen und Wochen. Und doch muss es weitergehen. Irgendwie. Zutiefst berührt hinterlässt mich Antoine Leiris Bericht über die erste Zeit nachdem er seine Frau und die Mutter seines Sohnes Melvil am 13. November 2015 verloren hat. Der 13. November 2015, gestern jährte er sich zum ersten Mal und mit ihm die Terroranschläge an verschiedenen Orten in Paris. Leiris’ Frau Hélène war an jenem Abend zu Gast im Konzertsaal Le Bataclan und kam nicht mehr nach Hause. In jeder Zeile nimmt man als Leser die Verzweiflung des Autors wahr, das Suchen nach einer Erklärung, der Versuch des Weitermachens, wenn auch nur für den Sohn. Wie erklärt man einem Einjährigen, dass seine Mutter gestorben ist? Mit einem offenen Brief, der denselben Titel trägt wie das Buch, wandte sich Leiris letztes Jahr über Facebook an die Öffentlichkeit. Mit seinen Worten, die nicht nur Trauer ausdrücken sondern auch Hoffnung, erreichte er Millionen Menschen. Er …

Toskana

Über das Buch: Toskana von Csaba della Zorza Wenn ich Toskana höre, fällt mir die Altstadt von Florenz ein. Aber auch weite Felder und kleine italienische Dörfer habe ich vor Augen. Dort, wo es noch diese echten italienischen Mammas gibt. Und das gute Essen, dass sie kochen! Csaba della Zorza beschreibt ihre Liebe für die Toskana, ihre Heimat, auf genau diesem Wege: kulinarisch. Sie ist mit einer starken Mutter und Großmutter aufgewachsen und das Essen hatte zuhause stets Priorität. In ihrem ersten Buch Toskana, das seit kurzem auf deutsch erhältlich ist, gibt sie uns nun Familienrezepte mit viel Liebe weiter. Jedes der neun Kapitel beginnt mit einer persönlichen Einleitung der Autorin, in der sie ihre Familie beschreibt, die besondere Beziehung zu dem einen oder anderen Lebensmittel begründet oder einfach nur von der toskanischen Küche schwärmt. Dank der beeindrucken Bilder (sowohl Landschaften, als auch die Rezeptbilder) bekommt man als Leser sofort Lust auf eine Reise nach Italien. Man könnte durch diese kleinen Dörfer fahren, hin und wieder anhalten um Bruschetta, Gnocchi oder Bistecca zu essen, in …

Alles Licht das wir nicht sehen

Durch den Book Club eines meiner Lieblingsblogs bin ich auf Anthony Doerrs Roman aufmerksam geworden. Ich lese eher selten Historisches, doch diese Geschichte, die im Zweiten Weltkrieg spielt, hat mich gepackt. Sie rückt nicht das eigentliche Kriegsgeschehen oder den Holocaust, sondern zwei Kinder in den Mittelpunkt: Zum einen Marie Laure, geboren 1928. Sie ist ein französisches Mädchen und sie ist blind. 1940 flieht sie mit ihrem Vater, der in einem Pariser Museum arbeitet vor den Deutschen zu ihrem Großonkel Etienne nach Saint-Malo. Zum anderen ist da Werner, geboren 1926, ein deutsches Waisenkind, das in der Zeche Zollverein aufwächst und eine großes Intelligenz und Neugier für alles, was mit dem Radio zu tun hat, entwickelt. Marie-Laures Vater hat während der Flucht den Auftrag, das Meer der Flammen, einen legendären Diamanten in Sicherheit zu bringen. Denn die Deutschen sind schon auf der Suche nach dem geheimnisvollen Stein. Was zunächst unwahrscheinlich erscheint, so verweben sich die Leben der beiden Kinder miteinander und es kommt schließlich zu einem Treffen in Saint-Malo. Was davor und danach passiert, ist wirklich lesenswert …

Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich

Eigentlich ist Shelly King’s Debütroman eine Art Selbstfindungstrip. Und vermutlich stecken auch einige Erfahrungen der Autorin selbst in der Geschichte, schließlich arbeitet sie als Social Media Managerin im Silicon Valley. Aber der Reihe nach – es geht um Maggie, deren gut bezahlter Job in einem Internet-Startup in Mountain View, Kalifornien, gerade nach Indien ausgesourct wurde. Sie hat Bibliothekswesen studiert und steht nun also ohne Arbeit da. Deshalb sucht sie Trost im Dragonfly, einem modernen Antiquariat voll von gebrauchten Büchern, das von ihrem Vermieter Hugo geführt wird.  Ihre Mutter hätte gerne, dass sie zurück in die Südstaaten-Heimat kommt, ihr bester Freund versucht, ihr einen neuen Job zu besorgen, doch Maggie macht nichts anderes, als einen Schnulzenroman nach dem anderen im Dragonfly zu lesen. Ihr bester Freund schafft es schließlich, sie in den Lesezirkel einer erfolgreichen Silicon-Valley-Investorin zu bringen, wo gerade Lady Chatterfly von D.H. Lawrence besprochen wird. Zunächst etwas lustlos gerät Maggie schnell in die Fänge des Romans, allerdings nicht wegen der Erzählung, sondern wegen kleinen romantischen Nachrichten, die ein gewisser Henry und eine gewisse Catherine …

A Modern Way to Eat

Anna Jones ist Köchin, Foodstylistin und -genau wie wir- Foodbloggerin. Auf ihrem Blog präsentiert die Britin, die ihr Handwerk bei Jamie Oliver gelernt hat, regelmäßig leckere Rezepte. Nun sind ihre Ideen gesammelt in ihrem ersten eigenen Kochbuch auf Deutsch erschienen, in Großbritannien bereits im letzten Jahr. Und Jamie Oliver selbst schreibt im Vorwort, dass Anna zeigt, “wie man Gemüse feiert – etwas, das wir alle tun sollten.” (S.7). Neben “fertigen” Rezepten liefert die Autorin auch einige Anregungen zum selbermachen und weiterdenken. Beispielsweise zeigt sie auf, wie ihre Rezepte zusammengestellt werden, wie man einen richtig guten Salat macht und welche Ideen es für schnelle Sandwiches gibt, welche Körner uns welche Nährstoffe liefern und zehn Ideen für Avocado auf Toast. Das Buch ist wirklich wunderschön anzuschauen und bei den Rezeptfotos bekommt man wirklich Hunger und Lust aufs Ausprobieren. Die Beschreibungen sind genau und Schritt für Schritt notiert, sodass eigentlich nichts schief gehen kann. Dazu kommt, dass A Modern Way to Eat das erste Buch weltweit ist, dass auf Apfelpapier gedruckt wurde – umweltfreundlich und vollkommen biologisch abbaubar. …