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Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Wie Ihr schon wisst, waren wir Anfang Juli auf der LitBlog Convention in Köln. Der erste und auch unterhaltsamste Workshop  war für uns ‘Wonach riecht Murakami?’ mit der Übersetzerin Ursula Gräfe und Annette Weber, Lektorin bei DuMont.

Warum Murakami neu übersetzt wurde

Haruki Murakamis Buch ‘Gefährliche Geliebte’ erschien 2000 das erste Mal in Deutschland und wurde im ‘Literarischen Quartett’ sehr kontrovers besprochen. Sigrid Löffler und Marcel Reich-Ranicki konnten sich einfach nicht einigen, wie sie das Buch nun finden. Vor allem über die romantischen Stellen waren sie uneins – Sigrid Löffler bezeichnet das Buch als ‘literarisches Fast-Food’. Das Video dazu haben wir während des Vortrags in Köln auch angeschaut. Schaut Euch das unbedingt an, es ist wirklich sehr unterhaltsam!

Lost in Translation

Auch an den Texten gab es im ‘Literarischen Quartett’ etwas auszusetzen, Sigrid Löffler zitiert immer wieder Stellen, die sie als schlechtes Beispiel für literarische Texte ansieht. Das Buch wurde damals aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und 2013 erschien dann die neue Übersetzung von Ursula Gräfe, dieses Mal unter dem Titel ‘Südlich der Grenze, westlich der Sonne. Das Besondere an dieser Übersetzung ist, dass Ursula Gräfe direkt aus dem Japanischen übersetzt.

Murakami Workshop

Besonders interessant im Seminar war auch, dass wir die Möglichkeit hatten die drei verschiedenen Texte (die englische Übersetzung, den ‘alten’ und den ‘neuen’ deutschen Text) vergleichen konnte. Es ist eigentlich so simpel, dass man es kaum erwähnen muss: Nicht nur der Autor, sondern auch der Übersetzer oder die Übersetzerin tragen immens zum Lesevergnügen bei. Und um diese neue Übersetzung geht es heute bei uns.

Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Bisher habe ich noch kein Buch von Murakami gelesen, ein Fehler, wie ich nun bemerkt habe. Überraschenderweise hatte mich das Buch schon nach weniger als fünf Seiten. In der S-Bahn wäre ich am liebsten länger sitzen geblieben, nur um noch ein paar Seiten weiterzulesen.

Es geht um das Leben von Hajime, der in einem kleinen Vorort in Japan aufwächst. Was ihn von all den anderen Kindern unterscheidet ist, dass er ein Einzelkind ist. Hier empfindet Hajime das erste Mal die Einsamkeit, die sich als Motiv durch das Buch zieht und fast alle Figuren ‘befällt’. Deshalb versteht er sich auch mit Shimamoto, dem Nachbarsmädchen so gut, die auch keine Geschwister hat. Doch mit zwölf Jahren zieht Hajime weg und wie das so ist bricht der Kontakt zu Shimamoto ab. Hajime verliebt sich in eine andere Frau, die er mit deren Cousine betrügt und ihr damit das Herz bricht. Hajime studiert, lernt dann seine spätere Frau Yukiko kennen mit der er zwei Töchter bekommt.

Yukikos Vater gibt ihm Geld und er eröffnet erst eine Jazz-Bar und schon bald eine zweite. Ein Seitensprung hier und da und Hajimes Leben läuft so vor sich hin. Bis ein Zeitungsartikel über ihn in der Zeitung erscheint und ihn einige Schulkameraden daraufhin in seiner Bar besuchen, darunter Shimamoto. Sie war nie ganz aus Hajimes Gedanken verschwunden und immer präsent. Auch Shimamoto hat sich verändert, erzählt nichts über ihr Leben, verschwindet immer mal wieder für mehrere Wochen und bleibt ein Geheimnis. Aber genau das zieht Hajime an und eine Affäre entsteht, für die Hajime alles aufs Spiel setzt. Spätestens dann, solltet ihr sicherstellen, dass ihr nicht beim Lesen unterbrochen werdet. Der Plot steigert sich über die gesamte Dauer und explodiert fast am Ende, als die Grenzen zwischen Realität und Traum für Hajime verschwimmen.

Buddha Bowl für den Sommer

Nach so einem Roman braucht man etwas für die Seele, um genug Zeit zu haben, den Plot auf sich wirken zu lassen. Die Buddha Bowls habe ich vor ein paar Wochen in einer Zeitschrift entdeckt und war total begeistert. So einfach und so lecker und so viel Sommer in einer Schüssel – die Bowl steht jetzt ganz oben auf meiner Liste mit den Lieblingsessen.

Buddha Bowl mit Falafel

BuddhaBowl

Zutaten für 4 Personen:

  • Falafel-Mischung (aus dem Bio-Markt)
  • 500g frischer Spinat
  • 5 Karotten
  • 1 Brokkoli
  • 2 große Zucchini
  • verschiedene Sprossen (gibt es auch im Bio-Markt)

Für das Dressing:

  • 6 Esslöffel Zucker
  • 6 Esslöffel Sojasoße
  • 2 Esslöffel Rotweinessig
  • 1 Esslöffel Öl mit Zitronengras

Zuerst das Dressing zubereiten und alles in einem kleinen Topf aufkochen, bis der Zucker geschmolzen ist. Zur Seite stellen und abkühlen lassen.

Die Falafel-Mischung nach Packungsbeilage zubereiten und zur Seite stellen. Wer die Falafel kalt servieren möchte, kann sie auch jetzt schon anbraten.

Den Spinat waschen und in kleine Stücke schneiden, der Spinat bildet die Basis für die Buddha Bowl. Anschließend die Karotten waschen, schälen und hobeln. Die Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. Beides in etwas Olivenöl andünsten. Den Brokkoli in kochendes Wasser werfen und nach ca. 10 Minuten mit einer Gabel testen, ob er weich ist. Dann herausnehmen und abtropfen lassen.

Die Sprossen waschen und auch in die Schüssel geben, das Dressing dazugeben und die Falafel servieren. Fertig – Lasst es euch schmecken!

Haruki Murakami: Südlich der Grenze, westlich der Sonne
ISBN 978-3-8321-9707-0

Vielen Dank an den DuMont Buchverlag für die Bereitstellung des Leseexemplars. Meine Meinung bleibt davon unberührt.

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