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Raum

Im Februar haben Mona und ich einen Online-Kurs namens ‘Writing 201″ von der WordPress Blogging University belegt. Eine der ersten Lektionen über das Schreiben lautete: „Find your own, unique angle” – man soll die Sache, über die man schreiben möchte, aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel betrachten. Das beste Beispiel hierfür ist vermutlich Emma Donoghues Roman „Raum”. Die gesamte Geschichte wird aus der Perspektive von Jack, einem fünf Jahre alten Jungen, erzählt.

Das Besondere an Jack ist, dass er mit seiner Mutter, kurz Ma genannt, in Raum lebt. Raum ist nicht groß, dort gibt es zum Beispiel noch Schrank, Bett oder Teppich. Warum ich hier die Artikel weglasse? Weil Jack alles in Raum nicht als Gegenstand, sondern als Personen sieht und ebenfalls die Artikel weglässt. Zu Beginn liest sich das auch ehrlich gesagt ganz schön komisch. Das war auch der Grund, warum ich das Buch letztes Jahr wieder aus der Hand gelegt hatte. Ein Fehler, wie sich jetzt heraus gestellt hat.

Erst nach und nach begreift der Leser, warum Jack und Ma in Raum wohnen: Jacks Mutter wurde entführt und lebt seitdem in einem kleinen Schuppen, Licht fällt nur ganz wenig durch die kleinen Dachfenster hinein. Jack kennt es nicht anders und daher ist er dort auch glücklich und vermisst nichts. Man erfährt wie er die Einrichtungsgegenstände in sein Spiel einbaut, wie seine Ma und er Sport machen und gemeinsam Fernsehen schauen. Andere Menschen kennt Jack nicht und daher ist auch alles was er im Fernsehen sieht nicht echt für ihn. Eines Tages kommt es zu einem Vorfall, nach dem Ma beschließt, dass es Zeit ist, auszubrechen. Für Jack beginnt dann das größte Abenteuer seines noch jungen Lebens, als er vermeintlich tot in einen Teppich eingewickelt vor Old Nick, dem Entführer, fliehen muss, um seine Ma zu befreien. Ob es ihm gelingt und wie das Buch ausgeht, verrate ich aber nicht.

Was das Buch so besonders macht, ist auch die durch die kindliche Perspektive vermittelte “Sorglosigkeit” des Buches. Als Leserin versteht man natürlich, dass Jack und Ma eingesperrt sind, dass Old Nick ein Verbrecher ist, dass die Situation furchtbar sein muss. Das Schicksal wird durch Jacks Perspektive gefiltert und dadurch auch für den Leser erträglicher.

Ich habe auch noch eine gute Nachricht für alle, die das Buch interessant finden aber keine Lust haben es zu lesen: Raum läuft seit Donnerstag, den 17. März, in den deutschen Kinos. Brie Larson erhielt für ihre Rolle als Ma sogar den Oscar für die beste Hauptdarstellerin und der Film selbst war in der Kategorie “Bester Film” nominiert, hat dann aber gegen “Spotlight” verloren. 
Dazu gibts heute bei uns leckere Blaubeer-Pancakes. Da ich das Frühstücken nicht wirklich erfunden habe und morgens außer einer Brezel nichts essen mag, waren Pancakes für mich bisher eher Pfannkuchen, die es halt zum Frühstück gibt anstatt zum Abendessen. Aber ich muss zugeben, dass ich mich getäuscht habe: Pancakes schmecken doch anders und sind viel fluffiger und sogar richtig, richtig lecker. Und dann sind sie auch noch super easy zum zubereiten. Ab sofort gibt es also keine Ausreden mehr an einem faulen Sonntagmorgen Pancakes für die WG zu zaubern!

Blaubeer-Pancakes mit Ahornsirup

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für 2 Personen

  • 2 Eier
  • 2 EL Zucker
  • 200 ml Milch (mir schmeckt Kuhmilch hier am Besten)
  • 1 TL Salz
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 200g Blaubeeren
  • ein bisschen Ahornsirup aus der Flasche

Die Eier in eine Rührschüssel geben und cremig schlagen, anschließend den Zucker langsam hinzugeben. Die Milch, das Salz und das Backpulver verrühren und alles ca. 30 Minuten ruhen lassen (am besten im Kühlschrank). Fett in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Küchlein darin goldbraun anbraten. Tipp: Heizt die Pfanne richtig auf bis das Fett brutzelt, dreht dann die Temperatur auf mittlere Stufe herunter. Sonst werden die Pancakes außen schwarz und innen sind sie noch teigig. Die Pancakes auf Küchenpapier abtropfen lassen und auf dem Teller nach Belieben mit Ahornsirup und Blaubeeren dekorieren.

Emma Donoghue: Raum

ISBN: 978-3-492-30129-9

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