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Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki

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Murakami ist einer der Autoren, die schon lange auf meiner Leseliste stehen. Als ich dann vor einigen Wochen mit Fabienne in einem Buchladen in Stuttgart war, konnte ich diesem Buch nicht widerstehen – schon die Umschlaggestaltung ist außergewöhnlich schön!

In diesem Roman geht es um den titelgebenden Tsukuri Tazaki, einen 36-jährigen Japaner, der in Tokio Bahnhöfe baut. Das war schon immer sein Traum und um diesen zu verwirklichen verließ er nach der Schule seine Heimatstadt Nagoya, um in Tokio Ingenieurwesen zu studieren. Dafür musste er seine vier besten Freunde zurücklassen. Zunächst schien dies nicht schlimm zu sein, denn sie blieben in regem Kontakt. Doch eines Tages kommt Tsukuri nach Nagoya zurück und seine Freunde meiden ihn und wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben – er wisse wohl schon warum. Daraufhin stürzt Tsukuri in ein tiefes Loch, denkt ein halbes Jahr lang an Selbstmord und den Tod. Schon immer fand er, dass er eigentlich gar nicht zu den Freunden passte, denn alle trugen eine Farbe in ihren Namen, nur er nicht. Deshalb war der Ausschluss für ihn nur eine logische Folge.

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Einige Jahre später lernt er Sara kennen und erzählt ihm von der rätselhaften Trennung von seinen vier Freunden und dass er bis heute nicht den wahren Grund dafür kennt. Sie überredet ihn daraufhin, seine Freunde zu suchen und zu treffen, um das Geheimnis der zerbrochenen Freundschaft endlich zu lüften.

Murakami schreibt sehr ruhig und schafft es dennoch, Spannung aufzubauen und den Leser emotional zu berühren. Auch wenn ich noch nie in Japan war, kam ich mir manchmal so vor, als ob ich mit Tsukuri und Sara in Tokio bin. Ein wirklich lesenswerter Roman, der zudem auch noch eine Art Soundtrack hat: Le mal du pays von Franz Lizst spielt immer wieder eine Rolle.

Tsukuris Reise bringt ihn unter anderem in das weit entfernte Finnland. Da ich das Land kenne, finden sich für mich hier die einzigen Schwachpunkte des Romans, denn Helsinki und das Land sind teilweise falsch oder einfach zu schwach beschrieben. Schade!

Sicherlich hat Tsukuri in Finnland auch das Nationalgebäck Korvapuusti probiert. Wir hatten euch hier schon mal ein anderes Rezept für Zimtschnecken gezeigt. Heute gibt es allerdings des Klassiker von meiner finnischen Gastmutter. Die Angaben sind in Finnland immer in dl, ihr könnt die Zutaten einfach in einem Messbecher abmessen.

Zutaten (ca. 40 Korvapuusti oder 2 Kränze)

5 dl Milch, lauwarm
50 g Hefe
2 dl Zucker
1/2 TL Salz
1 EL Kardamom (wenn möglich nicht gerieben sondern eher kleine Körner)
1 dl Mandeln (gerieben)
ca. 13 dl Mehl
200 g Butter
Für die Füllung: Butter, Zimt, Zucker, Hagelzucker, 1 Ei

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Die Hefe in die lauwarme Milch bröseln und ca. 10 Minuten gehen lassen. Zucker, Salz und Karadmom zugeben und verrühren. Mandeln und Mehl nach und nach zuegeb, ebenso die geschmolzene Butter. Gut verrühren. Teil ca. eine Stunde gehen lassen, bis er sich mindestens verdopppelt hat. Teig in zwei Teile teilen und ca. 1cm dick rechteckig ausrollen. Ofen auf 225 Grad (Ober/Unterhitze) vorheizen. Butter schmelzen und auf dem Teig verteilen, großzügig Zucker und Zimt darauf streuen und von der langen Seite her einrollen.

Option 1: Für Zimtschnecken nun Dreiecke von der Rolle abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck setzen. Nochmals in der Mitte eindrücken, mit Ei bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. 15 Minuten backen.

Option 2: Die Rolle auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck legen und zentimerweise einschneiden, jedoch nicht ganz durchschneiden. Teigstück für Teigstück aneinander (teilweise auch überlappend) legen, sodass am Ende ein Kranz entsteht. Schließlich einen Tortenring um den Kranz legen, mit Ei bepinseln, Hagelzucker bestreuen und ca. 15 Minuten backen.

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Haruki Murakami: Die PIlgerreise des farblosen Herrn Tazaki
ISBN: 978-3-8321-9748-3

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3 Comments

  1. Hallo.
    Bin gerade durch den 2. Comment-Day hier gelandet und gerade absolut begeistert von der Art, wie hier Lesen und Essen verbunden wurde. Das Einbinden eines Rezepts, dass in gewisser Weise zum Buch passt, ist mal echt außergewöhnlich.
    Gefällt mir total gut und ich werde mich jetzt noch etwas weiter umschauen :)
    LG, Steffi

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