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Das Gegenteil von Einsamkeit

Abschlussfeiern und Zeugnisübergaben sind an deutschen Universitäten meist mau, wenn es überhaupt welche gibt. Die meisten bekommen das Zeugnis sogar mit der Post geschickt, das Ende des Studiums wird vielleicht mit Freunden und Familie gefeiert, aber nicht an der Uni. Neidisch schaut man nach Großbritannien oder in die USA, wo die Absolventen in Talar und Collegehut ihre Zeugnisse überreicht bekommen, die Hüte fliegen dann alle wild durch die Luft.

Marina Keegan, Abschlussjahrgang 2012, durfte an der Universität Yale die Abschlussrede halten, von der wir vielleicht nie erfahren hätten, wäre Marina Keegan nicht wenige Tage später bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Rede wurde zum Internetphänomen, auch ich habe sie dort entdeckt. Marinas Eltern haben im Frühjahr einige Geschichten und Essays in einem Sammelband veröffentlicht, welcher den Titel ihres Vortrags trägt “Das Gegenteil von Einsamkeit”.

Die Geschichten befassen sich mit Themen, die einem während der Uni eben so durch den Kopf gehen: Liebe, Eifersucht, Selbstzweifel, Familie aber auch die Zukunft. Eine Geschichte ist ganz besonders hängen geblieben, der Plot überrascht. ‘Reading Aloud’, heißt der Titel im englischen Original.

“On Monday and Wednesday at 04:30 p.m., Anna takes off her clothes and reads to Sam. Reads him cablebox directions and instant-soup instructions, unpaid bills and pages from his textbooks.”

Sam ist blind und kann Anna daher nicht sehen. Im Badezimmer zieht sie sich leise aus und nach dem Vorlesen wieder an. Anna ist 60 und war früher mal Balletttänzerin, sie bildet sich Krankheiten ein und ist viel allein, seit ihr Mann wieder arbeiten geht, obwohl er schon in Rente war. Die Geschichte bekommt einen kleinen Twist als Annas Mann unerwartet stirbt … Das tolle an Marina Keegans Essays und Geschichten ist, dass sie einem noch lange nachhängen, man denkt über deren unzähligen Bedeutung nach, so auch bei “Reading Aloud”.

Sam bereitet immer Tee zu und zu Tee reicht man Kuchen, daher gibt es heute eine Haselnuss-Pinienkern-Tarte.


HaselnussPinienkernTarte

Für den Boden:

  • 200g Mehl
  • 50g Zucker
  • 125g Butter
  • Salz
  • 1 Eigelb

Für die Füllung:

  • 125g Butter
  • 100g Puderzucker
  • 2 EL Vanillezucker
  • 125g gemahlene Haselnüsse
  • 3 Eier
  • 2 EL Milch
  • 60g Pinienkerne

Mehl, Zucker, Butter und etwas Salz zu Bröseln verarbeiten, mit 1 EL Wasser und dem Eingelb zu einem festen Teig verkneten und 30 Minuten kalt stellen. Anschließen rollt man den Teig aus, aber meiner hat mich zur Weißglut getrieben, er ist ständig gerissen. Daher habe ich den Teig direkt in die mit Butter bestrichene Form gelegt und mit den Fingern festgedrückt. Danach mit der Gabel kleine Löcher einstechen.

Für die Füllung Butter, Puderzucker und Vanillezucker schaumig rühren. Die Haselnüsse und die Milch dazugeben. Alles auf den Tarteboden geben und bei 200 Grad ca. 15 Minuten backen, dann die Pinienkerne drüber streuen und für weitere 15 Minuten im Ofen lassen. Gut abkühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben. Guten Appetit!


Marina Keegan: Das Gegenteil von Einsamkeit

ISBN: 978-3-10-002276-9

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