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Löwen wecken

Es tut sich einiges auf unserem Blog, gestern haben wir unser 100. Like auf Facebook bekommen und freuen uns riesig darüber. Vielen Dank dafür! Außerdem haben wir bei “Tausche Apfel gegen Birne” von Krautkopf mitgemacht. Unser Paket mit zwei Broten, einem leckeren Aufstrich und Fudge-Pralinen hat am Freitag seine Reise nach Berlin begonnen und kam dort auch wohlbehalten an. Einen kleinen Eindruck davon bekommt ihr ebenfalls auf unserer Facebook-Seite oder nächste Woche hier auf unserem Blog.

Wie ihr wisst, versuchen wir immer passende Gerichte zu den jeweiligen Büchern zu finden. Der Roman “Löwen wecken” von Ayelet Gundar-Goshen hat es uns besonders einfach gemacht und das Rezept für ein leckeres panierters Ofen-Hähnchen mit Kartoffelpürree verraten.

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Löwen wecken ist das zweite Buch von Ayelet Gundar-Goshen und spielt in Israel. Etan Grien ist Neurochirurg und wird aufgrund von Unstimmigkeiten mit seinem Chef nach Beer Scheva versetzt. Seine Frau Liat und die beiden Söhne Itamar und Jahali folgen ihm. Seine Frau ist Kriminalbeamtin und eigentlich führen sie ein harmonisches Familienleben bis zu jener fatalen Nacht. Nach einem langen Dienst im Krankenhaus möchte Etan etwas Dampf ablassen und fährt mit seinem Jeep über die Dünen und dabei passiert es: Er überfährt einen illegalen Einwanderer, einen Eritreer. Etan steigt aus und erkennt als Arzt sofort, dass das Unfallopfer keine Chance zu Überleben hat. Anstatt jedoch trotzdem den Rettungsdienst zu alarmieren begeht er Fahrerflucht. Er nimmt an, dass es keine Zeugen gibt, bis die Ehefrau des Toten am nächsten Tag mit seinem Geldbeutel vor seiner Haustüre steht. Sie erpresst ihn: Entweder er behandelt nachts in einer Werkstatt illegale Einwanderer, die sonst keine Chance auf eine ärztliche Behandlung haben oder sie verrät ihn an die Polizei. Von nun an beginnt Etan seine Familie und seine Kollegen zu belügen und die Nächte in der Werkstatt zu verbringen. Seine Frau als Kriminalbeamtin hört von dem Fall und nimmt die Ermittlungen auf – sie fühlt mit dem Flüchtling. Von nun an beginnt eine Abwärtsspirale, von einem Ausmaß, das Etan sich nicht hätte ausmalen können.

Löwen wecken ist hervorragend geschrieben und vermutlich ebenso schön übersetzt – über lange Passagen möchte man der Autorin gerne applaudieren und Rosen auf die fiktive, literarische Bühne werfen. Oder wild mit Konfetti um sich schmeissen – einfach so – weil es eben geht und die Sätze so wunderschön klingen. Ich habe schon lange kein Buch mehr mit einer solchen Ausdrucksstärke gelesen. Bravo!! Und natürlich wünscht man sich eine Zugabe – nein, keine Fortsetzung – sondern einen weiteren Roman, der ebenfalls mit so viel Liebe geschrieben ist. In einem Interview, welches dem Buch beigefügt ist, vergleicht Ayelet Gundar-Goshen einen Roman zu schreiben mit einem Ritt auf einen Drachen, den sie zu zähmen versucht. Genau das ist ihr hervorragend gelungen. Fairerweise muss man auch sagen, dass der Roman zwar seine Längen hat, gerade wenn wieder viele Beschreibungen folgen und die Handlung nicht richtig vorankommt, allerdings ist das bei der nächsten überragenden Passage schon wieder verziehen und es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Um in der Filmsprache zu bleiben: Prädikat besonders wertvoll!

Paniertes Ofen-Hähnchen mit Süßkartoffelpürree


“Schnitzel gart Liat im Backofen. Das ist gesünder und unkomplizierter. Sie legt vier Scheiben Hühnerbrust in eine Schüssel. Mischt Dattelsirup, Sojasoße und einen Teelöffel Paprika und mariniert das Fleisch. Die Uhr im Handy klingelt zwei Stunden später und erinnert sie, woran sie ohnehin gedacht hätte: ein Ei mit zerdrücktem Knoblauch und Olivenöl verühren. Semmelbrösel darüber. Gut andrücken. Bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten pro Seite. Oder bis die Schnitzel leicht gebräunt sind. […] Wenn Etan kommt, deckt er den Tisch und macht den Kartoffelbrei.”
(Ayalet Gundar-Goshen: Löwen wecken, S. 102)

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Zutaten für 4 Personen:

– 4 Hähnchenbrüste
– 8 EL Dattelsirup. Unsere Alternative: 2 EL Olivencreme auf 4 EL Sojasoße plus 2 EL Olivenöl
– 4 EL Sojasoße
– 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
– 1 Ei
– 1 Knoblauchzehe
– ca. 1 EL Olivenöl
– einen Teller mit Semmelbröseln
– 3 -4 große Süßkartoffeln
– etwas Milch, alternativ: Sojamilch
– Salz und Pfeffer nach Bedarf

Eigentlich haben wir alles so zubereitet, wie es oben im Text steht. Achtet beim Kauf darauf, dass die Hähnchenbrustfilets ungefähr gleich groß sind, dann haben sie auch die gleiche Garzeit. Wir haben jedoch in keinem Supermarkt Dattelsirup bekommen und uns dann für Olivenpaste im Glas entschieden, da das super gut zur Sojasoße passt. Allerdings ist die Olivenpaste viel dicker als ein Sirup und um die Konsistenz zu erreichen, haben wir dann 2 EL Olivencreme, 4 EL Sojasoße plus 2 EL Olivenöl verwendet. Anschließend das Paprikapulver hinzugeben, alles gut vermischen und das Fleisch darin 2 Stunden einlegen. Anschließend Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und die geschälten und halbierten Süßkartoffeln ca. 20 Minuten hinzugeben bis sie weich sind. Den Backofen auf Ober-/Unterhitze und 200°C vorheizen. Stellt euch zwei Teller bereit, in den einen gebt ihr das Ei und verrührt es mit einem 1 EL Olivenöl und dem geschälten und zerdrückten Knoblauch. In den anderen gebt ihr die Semmelbrösel. Wendet die Hähnchenbrust nacheinander erst in der Ei-Mischung und anschließend in den Semmelbröseln. Legt alles auf ein Backblech (am Besten mit Backpapier ausgelegt) und gart es je 15 Minuten pro Seite. Nehmt die Süßkartoffeln aus dem Topf und zerstampft sie. Wenn ihr ein Rührgerät habt, dann könnt ihr die Kartoffeln ganz einfach in die Rührschüssel geben und mit einem Knethaken auf niedrigsten Stufe zu Pürree verarbeiten. Gebt nach und nach etwas Milch hinzu, bis es einen Brei gibt. Salz kann nach Bedarf hinzugefügt werden. Und voilá: Fertig ist euer Ofenhähnchen.

IMG_0310Lasst es euch schmecken!

Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken
ISBN: 978-3-0369-5714-2
Wir danken dem Kein & Aber Verlag vielmals für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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